POLITIK – Hockey-Anlage im Sportpark FreiligrathstraĂźe kostet 500 000 Euro

Maik Michalski und Martin MĂĽnzberger

Der WTHC soll einen finanziellen Beitrag zum neuen Hockeyplatz leisten. Durch die Investition mĂĽssen andere Projekte bei GGS um ein Jahr verschoben werden.

WILHELMSHAVEN. Der Wilhelmshavener Tennis- und Hockeyclub (WTHC) kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass die Stadt im kommenden Jahr für 500 000 Euro einen Kunstrasenplatz (Kurzflor) für den Hockeysport im Sportpark Freiligrathstraße baut.

Sowohl eine breite Mehrheit im Sportausschuss wie auch im Betriebsausschuss Grundstücke und Gebäude der Stadt (GGS) befürwortete gestern den gemeinsamen Antrag der Gruppen CDU/WBV und GUS sowie der SPD. Lediglich die FDP hat Bauchschmerzen. „Unverantwortlich gegenüber allen Wilhelmshavener Bürgern“ nannte Ratsherr Dr. Günther Schulte im GGS-Ausschuss die geplante Ausgabe „für ein privates Hobby“.

Die Liberalen hätten es lieber gesehen, wenn die Stadt – wie es jetzt gerade an der Plauenstraße passiert – lediglich einen neuen Kunstrasenplatz baut, den sich „bei gutem Willen“ die Fußballer des VfL und die Hockeyspieler des WTHC hätten teilen können. Dort entschied sich die Politik für einen Langflor-Kunstrasen, den die Fußballer bevorzugen, der aber für Hockeyspieler ungeeignet ist und von deren Verband abgelehnt wird.

Die Befürworter des weiteren Kunstrasenplatzes führten aus, dass zu den vorhandenen WTHC-Spielern weitere Fans des Hockeysportes durch entsprechenden Sportunterricht am Neuen Gymnasium hinzugewonnen werden könnten. Zudem könnten Fußballer auch den Kurzflor-Kunstrasen für Trainingszwecke nutzen.

Der WTHC muss allerdings einen finanziellen Beitrag zum neuen Hockeyplatz leisten, fordert der Ausschuss.

Stadtbaurat Oliver Leinert und GGS-Chefin Simone Groh machten in der Sitzung deutlich, dass die Verwaltung diese Maßnahme äußerst kritisch sieht und dass durch die Ausgabe von einer halben Million Euro im Wirtschaftsplan 2018 von GGS andere Projekte um ein Jahr verschoben werden müssten – da die Kommunalaufsicht in Hannover den GGS-Etat gedeckelt habe.

Im Sportausschuss gab es ebenfalls klare Mehrheiten und klare Meinungen. UWG-Vertreter Frank Uwe Walpurgis hofft auf eine schnelle Realisierung und sah auf Grund der Beschlusslage „einen guten Tag für den (Schul)-Sport in Wilhelmshaven“.

Den konnte Dr. Michael von Teichman angesichts von geringeren Investitions-Summen bei Vereinen mit mehr Teams wie dem ESV (Hybridrasen, 200 000 Euro, 16 Mannschaften) und dem VfL (Kunstrasen, 280 000 Euro, 11 Mannschaften) nicht sehen. „Ein völlig unsinniger Beschluss. Wir brauchen das Geld woanders und nicht für 80 Hockeyspieler. Und ich frage mich, warum wir dann seinerzeit beim ESV so einen jahrelangen Eiertanz vollzogen haben.“

Für den WTHC kündigte Vorsitzender Peter Celta eine 10-prozentige Beteiligung an der Investition an; zusätzlich könne der Erlös aus dem Verkauf vom Vereinsgelände einfließen.

WTHC-Beteiligung an Platz-Investition

HOCKEY – Neuer Kunstrasen im Sportpark

WILHELMSHAVEN. (mün) Auch ohne die beiden Stimmen der SPD, deren Mitglieder in der Sitzung fehlten, gab es im Sportausschuss eine 5:1-Mehrheit für den Antrag, im Sportpark Freiligrathstraße für rund 500 000 Euro  einen kurzflorigen Kunstrasenplatz für den Hockeysport zu bauen.

Präzisiert wurde durch Ausschuss-Gast Peter Celta, Vorsitzender des WTHC, auch das Engagement des Vereins, der Hockey bisher an der Plauenstraße angeboten hatte. „Wir sind bereit und auch in der Lage, uns mit mindestens zehn Prozent, also 50 000 Euro, an der Maßnahme zu beteiligten. Darüber hinaus könnte der Erlös aus dem Verkauf von Vereinsgelände, der sogenannten Pferdeweide, mit einfließen. Im Umkehrschluss müssen uns dann aber auch besondere Nutzungsrechte für den Platz eingeräumt werden.“

Das stieß bei (fast) allen Ausschuss-Mitgliedern auf offene Ohren. Allein Dr. Michael von Teichman (FDP) sah einen Verkauf der WTHC-Fläche in weiter Ferne, steigende Mitgliederzahlen im Hockey auf Grund einer verbesserten Infrastruktur als sehr hypothetische Größe an, und auch dass Schüler sich dann stärker als bisher für den Hockeysport begeistern lassen, hielt der Liberale für abwegig.

Am stärksten aber lag von Teichman die finanzielle Größenordnung im Magen: „Das wird niemals von der Kommunalaufsicht genehmigt. Und auch vom Oberbürgermeister erwarte ich, dass er diese völlig abwegige Maßnahme, eine kommunalpolitische Fehlentscheidung wie sie im Buche steht, stoppt.“