TENNIS – Wilhelmshavener THC gewinnt Regionalliga-Auftakt gegen Klipper Hamburg mit 6:3

Martin MĂĽnzberger

Im Einzel setzten sich die Gastgeber an den Positionen eins bis vier durch. Alle drei Doppel standen auf Messers Schneide.

WILHELMSHAVEN. Eigentlich sollte es der Auftakt zur Sommerrunde in der Tennis-Regionalliga Nord-Ost sein. Der Dauerregen zwang gestern aber die Akteure am Ölhafendamm in die Halle. Wichtiger als solche atmosphärischen Details war aber nackte Ergebnis. Und das konnte sich – wie die Partien selbst auch – sehen lassen. Mit 6:3 gewann der WTHC das Aufsteiger-Duell gegen Klipper Hamburg in der Tennis-Regionalliga Nord-Ost. Bereits nach den Einzeln hatten die Gastgeber mit 4:2 geführt.

Da am Ölhafendamm nur auf zwei Plätzen gespielt wurde, wurde nach den ersten beiden Einzeln (Positionen 2 und 4) die weitere Spielreihenfolge gelost. Die Folge: die Zuschauer sahen anschließend die Positionen 1 und 6 der Teams und anschließend die Nummern 3 und 5. (siehe auch Kasten rechts).

Bereits der Auftakt verlief für die Gastgeber nach Plan. An Position zwei gewann der für den WTHC aufschlagende David Perez Sanz (23) gegen den 13 Jahre älteren Felipe Parada ein spektakuläres Match mit 6:2 und 6:4. Allein das Aufschlagspiel des Spaniers, die Nummer 453 in der Welt, zum Einzelsieg nahm epische Ausmaße an. Erst ein Rückhandfehler des Chilenen, der in Hamburg als Tennislehrer arbeitet und u.a. bereits für die Herren 30 aus Ahrensburg aufschlug, beendete die Partie.

Den besseren Aufschlag machte der in Barcelona lebende Spanier am Ende als ausschlaggebend für seinen Erfolg aus. Und mit dem „sehr schnellen Hallenboden“ hatte der 23-Jährige weniger Probleme als mit der Anreise. Denn der Flug des Spaniers wurde wegen eines Streiks gestrichen. Bei der kurzfristig umgebuchten Anreise ging dann bei der Zwischenlandung des Spaniers, der im April in Djerba (Tunesien) bei einem Future-Turnier mit 6:4, 6:4 gegen seinen aktuellen WTHC-Teamkollegen Michal Konecny (Tschechien) gewann, der Koffer verloren.

WTHC-Teamchef Vladan Vasiljevic, von dem die auswärtigen Akteure zwei Tage lang betreut wurden, konnte aber Entwarnung geben. „Ein Tennisspieler hat seine Schläger immer am Mann – genau wie ein T-Shirt, Shorts und Tennissocken.“

Parallel zum Spanier feierte Lokalmatador Yannick Staschen einen 6:3, 6:2-Sieg gegen Leo Schörner. Drei Breaks zur rechten Zeit – darunter zur 1:0 und 3:0-Führung im zweiten Satz – sorgten dafür, dass sein Gegner nie an eine Wende glauben konnte.

Wie gut die Gastgeber an der Spitze besetzt sind, mussten die Gäste auch an den weiteren Top 4-Positionen erfahren. Das Spitzeneinzel war dabei allerdings eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Tscheche Michal Konecny holte im Matchtiebreak des ersten Satzes einen 1:6-Rückstand auf, um dann noch 12:10 zu gewinnen. Satz zwei ging dann mit 6:4 an seinen 20-jährigen Widersacher aus Chile, der am Sonnabend noch in Vero Beach (Florida/USA) im Halbfinale eines Future-Turniers gestanden und dort mit 4:6 und 5:7 verloren hatte. Mit einem 10:3 im dritten Satz sorgte der Tscheche, der sich zwei Wochen auf Sand vorbereitet hatte, für den dritten WTHC-Punkt, dem Davis-Cup-Teilnehmer Nerman Fatic aus Bosnien-Herzegowina durch einen ungefährdeten Zwei-Satz-Sieg einen weiteren Zähler hinzufügte.

Zusammen mit den ebenso deutlichen Niederlagen von Jonas Lichte und Vasiljevic an den Positionen 5 und 6 sorgte das fĂĽr einen 4:2-Zwischenstand nach den Einzeln.

„Das hätte ich vorher auch sofort unterschrieben“, kommentierte Vasiljevic die Ausgangsbasis vor den drei Doppeln, für die die Beteiligten „viele Ideen“ (Vasiljevic) hatten, sich letztlich aber für Konstellationen entschieden, die an den Positionen eins (Konecny/Sanz) und drei (Staschen/Lichte) die siegbringenden beiden Erfolge sichern sollten.

Diese Rechnung ging auf, auch wenn beim Drei-Satz-Sieg von Konecny/Sanz (7:6, 6:7, 10:8) nur Nuancen den Ausschlag gaben und auch Staschen/Lichte mächtig Gegenwehr zu brechen hatten, bevor der 6:4, 7:6-Erfolg feststand. Und auch das dritte WTHC-Doppel (Fatic/Vasiljevic) machte es spannend, verlor aber nach zwei knappen Sätzen (7:6, 4:6) den Matchtiebreak mit 7:10.

Liga-Konkurrent Oldenburger TeV gewann beim SCC Berlin mit 7:2. Der WTHC tritt kommenden Sonntag bei BW Berlin an.