Regionalliga: Jadestädter gewinnen Spitzenspiel gegen den Oldenburger TeV „nur“ mit 6:3

Nach den sechs Einzeln (5:1) sah es nach dem erhofften Kantersieg der Gastgeber aus. Da aber zwei Doppel verloren gingen, hat der WTHC nun im Titelrennen die schlechteren Karten.

WILHELMSHAVEN. Die Tennis-Herren des Wilhelmshavener THC haben weiter Chancen auf die Meisterschaft in der Regionalliga Nord-Ost und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga: Im Spitzenspiel gegen den Oldenburger TeV behielten die Akteure von Teamchef Vladan Vasiljevic gestern mit 6:3 Punkten die Oberhand, verpassten es aber, die Oldenburger einen Spieltag vor Ende der Sommerrunde trotz einer 5:1-Führung nach den Einzeln an der Tabellenspitze abzulösen.

„Unser Plan ist zumindest in den Einzeln voll aufgegangen“, sagte Vasiljevic nach dem Erfolg im Spitzenspiel, der bereits nach den sechs Einzeln feststand. Dabei bewiesen die Gastgeber in fast allen Fällen gute Nerven, denn nach drei von vier Match-Tiebreaks durften die WTHC-Cracks am Ende jubeln.

Den meisten Grund dazu hatte der Tscheche Michal Konecny (Pos. 2), der in einer fast schon epischen Sandplatz-Schlacht den starken Oldenburger Stefan Seifert mit 10:8 Punkten im Match-Tiebreak niedergekämpft hatte. Dabei hatte sich Konecny das Leben im zweiten Durchgang selbst schwer gemacht, denn beim Stand von 7:6 und 5:1 ließ der Tscheche gleich mehrere Matchbälle aus.

In der Folge kämpfte sich Seifert dann mit spektakulären Schlägen ins Match zurück, glich im Tiebreak verdient zum 1:1 nach Sätzen aus und sah beim Stand von 4:1 im Match-Tiebreak schon fast wie der Sieger aus. Konecny aber wendete das Blatt noch einmal, spielte trotz des Drucks weitgehend fehlerfrei und triumphierte am Ende noch mit 10:8 Punkten.

Spannend machten es auch der Spanier David Perez Sanz (Pos. 3), Nerman Fatic (Pos. 5) und der einzige Lokalmatador im WTHC-Aufgebot, Yannick Staschen (Varel/Pos. 6). Während sich Perez Sanz dem quirligen Franzosen Vincent Stouff letztlich im Match-Tiebreak beugen musste (7:10), behielten sowohl der etwas launige Fatic gegen Landesmeister Jonas König (seit zehn Partien ungeschlagen/10:4) als auch Staschen (mit 11:9 gegen Mattis Wetzel) im finalen Durchgang knapp die Oberhand und sammelten damit wichtige Zähler zum vorzeitigen Sieg.

„Überraschungs-Gast“ Francesco Vilardo aus Italien, der in diesem Sommer erstmals für den WTHC aufschlug, krönte sein starkes Debüt mit einem ungefährdeten Zweisatz-Erfolg über Oldenburgs Vierer Tillmann Erdbories. Im Spitzeneinzel war der WTHC-Spanier Oriol Roca-Batalla dem Argentinier Juan Pablo Paz in fast allen Belangen überlegen. Mit krachenden Auf- und knallharten Grundschlägen dominierte Roca-Batalla von Beginn und ließ seinem Gegenüber beim sicheren 6:2 und 6:4-Erfolg kaum eine Chance.

So hieß es nach den Einzeln 5:1 für den WTHC. Da der Aufsteiger vor der Partie in Sachen Matchdifferenz aber klar hinter den Huntestädtern lag, wurde auch in den drei Doppeln Vollgas gegeben – mit vergleichsweise bescheidenem Erfolg: Roca-Batalla/Perez Sanz ließen dem OTeV-Duo Paz/Lasse Muscheites beim glatten 6:2 und 6:2 kaum eine Chance, die beiden anderen WTHC-Paarungen gingen aber leer aus.

Sowohl Konecny/Fatic als auch Vilardo/Staschen blieb in ihren Partien gegen Seifert/Wetzel bzw. Stouff/Erdbories nicht einmal ein Satzgewinn vergönnt, wobei speziell Staschen und Vilardo im zweiten Durchgang alle Chancen hatten. Am Ende des Tages blieb Vasiljevic etwas ratlos zurück. „Die Gefühle sind trotz des Sieges sehr gemischt“, sagte der Teamchef.

„Blau-Weiß Berlin hat sich nach dem klaren Sieg in Hamburg an die Spitze gesetzt, muss aber zum Saisonfinale in Oldenburg antreten und wir spielen zeitgleich beim SSC Berlin. Ich muss alle möglichen Konstellationen des letzten Spieltags erst einmal in Ruhe durchrechnen – nicht zuletzt auch in finanzieller Hinsicht.“