Kein Bundesliga-Tennis mehr in der Jadestadt

TENNIS - WTHC zieht Zweitliga-Team zurück – Vasiljevic: „Interne Differenzen“ WILHELMSHAVEN. (CC) Wer sich im kommenden Jahr wieder auf Bundesliga-Tennis am Ölhafendamm gefreut hat, der schaut nun in die Röhre. „Wir haben die Mannschaft für die kommende Sommersaison zurückgezogen“, teilte Vorsitzender Franz-Peter Celta jetzt am Rande der Jahreshauptversammlung des WTHC mit. Das heißt: Internationale Topspieler wie Nerman Fatic (Bosnien-Herzegowina), Oriol Rocca-Batalla oder Steven Diez (beide Spanien) werden künftig nicht mehr in der Jadestadt aufschlagen.
[2020-11-01]
Kein Bundesliga-Tennis mehr in der Jadestadt



Auf Topspieler wie Nerman Fatic mssen Tennis-Fans der Region in Zukunft verzichtenWZ-FOTOs Gabriel-Jrgens
Auf Topspieler wie Nerman Fatic müssen Tennis-Fans der Region in Zukunft verzichten.WZ-FOTOs: Gabriel-Jürgens

Zu den Gründen äußerte sich gestern der bisherige Teamchef Vladan Vasiljevic, der gleichzeitig auch viele Jahre Hauptsponsor dieses „Tennis-Projekts“ war. „Ganz einfach ausgedrückt: Wir sind uns leider nicht einig geworden. Bei der Planung gab es interne Differenzen mit den Verantwortlichen, mehr will ich dazu nicht sagen.“

Celta wird auf Nachfrage etwas deutlicher: „Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga und der coronabedingten Absage der Sommersaison 2020 haben wir Vladan mitgeteilt, dass wir ihn in Zukunft nicht mehr in dem Maße unterstützen können, wie wir es die Jahre zuvor getan haben“, erklärt der WTHC-Chef. „Das betrifft in allererster Linie den finanziellen Bereich.“

Während Vasiljevic sein Sponsoring auf die Mannschaft konzentrierte, hatte der WTHC die üblichen Kosten des Spielbetriebs zu stemmen – darunter Schiedsrichterkosten oder Spielgebühren. „Das war nicht unerheblich“, so Celta. „Und im Gegenzug blieb der erhoffte Tennis-Boom bei uns leider aus. Durch die mediale Aufmerksamkeit und die positive Berichterstattung hatten wir mit verstärkten Vereinseintritten gerechnet – ein Trugschluss, wie sich am Ende herausstellte.“

Bemühungen von Vasiljevic, das Bundesliga-Tennis an der Jade trotzdem zu retten, waren nicht von Erfolg gekrönt. „Ich habe zum Beispiel auch mit der Jade TG gesprochen – eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gab es aber leider nicht“, erklärt Vasiljevic. Das Problem: Um die Gemeinnützigkeit des Vereins zu wahren, muss der Spielbetrieb über eine GmbH geführt werden. „Das ist ein riesen Aufwand und wäre im kommenden Jahr wegen Corona sicherlich nicht einfacher geworden. Wir hätten deutlich mehr Manpower gebraucht“, so Vasiljevic weiter. „Am Ende machte es keinen Sinn mehr.“

„Wir haben uns mit Vladan zusammengesetzt, mögliche Lösungen diskutiert und geschaut, was gehen könnte“, bestätigt JTG-Chef Oliver Gerriets. „Letztlich gab es aber zu viele Fragezeichen, vor allem im Hinblick auf die saubere Finanzierung.“

Vasiljevic war 2005 beim WTHC eingestiegen und hatte das Team – zunächst aktiv auf dem Platz, später als Manager – bis in die 2. Bundesliga geführt. Die Debütsaison 2019 beendeten die Jadestädter auf Rang sechs. „Sag niemals nie. Gut möglich, dass ich noch mal ein neues Projekt starte, Ideen habe ich genug. Zwischen mir und dem WTHC gibt es kein böses Blut.“



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