20 Jahre WTHC

WILHELMSHAVEN. (CC) Das liebgewonnene Hobby zum Beruf zu machen, schaffen nicht viele Sportler. Zu den Glücklichen, die es geschafft haben, gehört Tennis-Trainer Marco Rathmann, der in diesen Tagen sein 20-jähriges „Dienstjubiläum“ beim Wilhelmshavener THC feiert.
[2020-12-16]
20 Jahre WTHC

Bei ihm steht die Nachwuchsarbeit im Fokus

PORTRÄT - 20 Jahre WTHC: Marco Rathmann feiert rundes „Dienstjubiläum“

Marco Rathmann ist seit 20 Jahren Tennis-Trainer beim Wilhelmshavener THCWZ-FOTO LBBE
Marco Rathmann ist seit 20 Jahren Tennis-Trainer beim Wilhelmshavener THC.WZ-FOTO: LüBBE

„An so eine lange Amtszeit habe ich gar nicht gedacht, als Jugendwartin Gaby Dornbusch mich damals aus Oldenburg zum WTHC geholt hat“, sagt der 52-jährige Hamburger. „Aber am Ölhafendamm gefällt es mir nach wie vor ausgezeichnet. Der Job macht Spaß – und man kann auch ganz gut davon leben.“

Schon vor seinem Studium der Germanistik und der Soziologie war der 1,98 Meter große Linkshänder häufig auf den Tennisplätzen in Hamburg zu finden. „Als 16-jähriger habe ich mal gegen Michael Stich gespielt, der seinerzeit als größtes Talent in Hamburg galt“, erinnert sich Rathmann. „Wie die Geschichte zeigt, war das maßlos untertrieben. Keiner von uns hatte eine echte Chance gegen ihn.“

In Hamburg schaffte es Rathmann bis in die Top-10 des Landesverbands, große Titelgewinne blieben dem langen Linkshänder, der für seine harten Aufschläge bekannt war, aber verwehrt. Während seines Studiums in Oldenburg schloss sich der 52-Jährige der SG Schwarz-Weiß an, die tennistechnisch – wie alle anderen Vereine auch – schon damals klar im Schatten des Oldenburger TeV stand.

„Ich habe auch während meines Studiums Trainerstunden gegeben und mich letztlich dafür entschieden, dass in Zukunft auch beruflich zu machen. Schon damals haben die Vereine händeringend Trainer gesucht. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen – daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Im Gegensatz zu den meisten anderen Sportlern schauen die Tennisspieler (und - lehrer) in diesem Tagen nicht gänzlich in die Röhre. Trainingsstunden sind in Niedersachsen weiterhin erlaubt. Rathmann: „Wir müssen nur die Gruppengröße auf maximal zwei Aktive reduzieren und die Pläne entsprechend anpassen. Ansonsten läuft der Trainingsbetrieb wie vor Corona. In anderen Bundesländern sieht das ganz anders aus – wir haben Glück gehabt.“

Das gilt auch für den WTHC, dessen Jugendabteilung zwischen 80 und 100 Kinder und Jugendliche zählt. „Nach der Schule bleiben leider nicht viele von ihnen in der Stadt hängen“, weiß Rathmann um die „hohe Fluktuation“. „Aber es gibt auch Spieler, die hier groß geworden sind und heute noch bei den Herren 30 spielen. Natürlich könnten es gerne ein paar mehr sein.“

Um ein echtes Talent zu erkennen, braucht das geschulte Trainerauge höchstens 30 Minuten. Auf die Veranlagung seiner Schützlinge kommt es Rathmann aber nicht unbedingt an. „Klar freut man sich, wenn da ein Kracher dabei ist. Aber bei mir kann jeder das Tennisspielen lernen. Der Verein lebt in erster Linie von der Breite.“

Anders als viele seiner Kollegen steht Rathmann heute nicht mehr 50 Stunden pro Woche auf dem Platz. „Alleine schon altersbedingt trete ich da heute deutlich kürzer. Sonst kann ich mein Wochenende nämlich vergessen“, sagt der 52-Jährige. Denn wenn Marco Rathmann nicht auf dem Tennisplatz steht, lebt er sein zweites großes Hobby – die Musik – gerne auf der Bühne aus.

„Zusammen mit meinem Tennis-Kollegen Niklas Höfken habe ich vor Jahren die berühmte ‚Schlicktown-Crew’ gegründet. Inzwischen sind wir zehn Leute, die gerne mal wieder auftreten würden. Aber hier haben wir coronatechnisch Pech gehabt. Unsere Hoffnungen ruhen jetzt auf 2021: Die ersten Buchungen sind perfekt. Beim Wochenende an der Jade aufzutreten, wäre schon ein Highlight.“

Der Song „Wilhelmshaven“ liegt Rathmann und der Crew immer noch besonders am Herzen – genau wie Jadestadt an sich. „Ich glaube nirgendwo meckern die Leute so oft über ihre eigene Stadt wie hier in Wilhelmshaven“, sagt der bekennenden Oldenburg-Pendler. „Dabei hat die Stadt doch so viel zu bieten. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen die Vorzüge ihrer Stadt mehr schätzen würden. In Oldenburg ist das ganz anders.“


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